Welche Sportarten eignen sich am besten zur Selbstverteidigung?

Was tun, wenn man angegriffen wird? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen – nicht nur Frauen – und entscheiden sich dazu, sich einmal näher mit dem Thema Selbstverteidigung zu beschäftigen. Neben der Verwendung legaler Selbstverteidigungswaffen gibt es auch die Möglichkeit, verschiedene Sportarten einzusetzen, um sich vor Angreifern zu schützen. Die wohl effektivsten Möglichkeiten bieten Kampfsportarten. Ein paar davon sollen in diesem Beitrag genauer vorgestellt werden.

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Die riesige Vielfalt der Kampfsportarten

Eines gleich vorweg: Alle Kampfsportarten in einem Artikel zu präsentieren, ist schier unmöglich. Die Anzahl der unterschiedlichen Stile und Techniken ist einfach zu groß. Überall auf der Welt haben sich im Laufe der Jahrhunderte und sogar Jahrtausende die unterschiedlichsten Kampfsportarten entwickelt – vom Jiu Jitsu aus China über das israelische Krav Maga bis hin zum Capoeira, das seinen Ursprung in Brasilien hat. Wer sich näher mit der Thematik befasst, wird feststellen, dass ein Großteil der Kampfsportarten seinen Ursprung in asiatischen Ländern hat. Doch auch hier in Europa gibt es einige Ausrichtungen – beispielsweise das Boxen – mit einer langen Tradition.

Selbstverteidigung für Frauen – Welche Sportarten sind empfehlenswert?

Grundsätzlich kann jede Kampfsportart zur Selbstverteidigung auch von Frauen erlernt werden – vorausgesetzt, diese bringen die nötige Fitness und Kondition mit sich. Wer denkt, von heute auf morgen beispielsweise Karate oder Taekwondo zu erlernen, muss in der Regel eine bittere Enttäuschung einstecken. Beim Kampfsport verhält es sich ähnlich wie bei allen anderen Sportarten. Ehe man ihn beherrscht, muss man erst einmal fleißig üben, üben, üben und sicherlich auch den einen oder anderen Rückschlag einstecken.

Frauen, die stark am Thema Selbstverteidigung interessiert sind, haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Sportarten. Grundsätzlich empfiehlt sich jeder Sport, bei dem Ausdauer und Kraft trainiert werden. Wer es gern noch etwas spezieller mag, kann sich beispielsweise eine dieser Kampfsportarten aussuchen.

Boxen

Boxen Frauen SelbstverteidigungBoxen ist die wohl am wenigsten exotische Kampfsportart und nach wie vor eine echte Männerdomäne. Es gibt jedoch auch immer mehr Frauen, die sich in den Boxring trauen und im wahrsten Sinne des Wortes an ihrer Schlagfertigkeit trainieren. Das Gute am Boxen ist, dass man hierfür nicht zwangsläufig einen Partner braucht.

Ein Boxsack, der beispielsweise auch in der eigenen Wohnung angebracht werden kann, simuliert einen Gegner und kann perfekt zum Üben genutzt werden. Beim Boxen lernen Frauen (und auch Kinder sowie Männer) in erster Linie, kräftig zuzuschlagen. Kombiniert mit dem Wissen, welche Körperstellen am empfindlichsten sind, ergibt sich hieraus eine wirkungsvolle Selbstverteidigung.

Krav Maga

krav maga selbstverteidigung frauenKrav Maga wird hierzulande immer bekannter. Es handelt sich dabei um ein Nahkampfsystem, das von der israelischen Armee entwickelt wurde. Da in Israel sowohl Männer als auch Frauen wehrpflichtig sind, eignet sich dieser Sport ebenfalls hervorragend für beide Geschlechter.

Das Besondere am Krav Maga ist, dass man es – einmal voll und ganz verinnerlicht –  theoretisch nie wieder verlernen kann (also ähnlich wie Fahrrad fahren). Spannend ist außerdem, dass sich Krav Maga immer weiterentwickelt und keinesfalls eine starre Kampfsportart wie viele traditionelle ist.

Ziel dieser Verteidigungsform ist es, sich immer wieder an neue Bedrohungen und Gefahren anzupassen und entsprechende Lösungen zu entwickeln.

Brazilian Jiu Jitsu

jiu jitsu selbstverteidigungDas Brazilian Jiu Jizu hat seinen Ursprung im Judo. Der Fokus liegt bei dieser Form der Selbstverteidigung klar darauf, den Gegner möglichst schnell in die Knie zu zwingen und am Boden handlungsunfähig zu machen. Da hierfür sehr viel Kraft erfordert wird, eignet sich die Sportart nur bedingt für Frauen. Dennoch wird häufig behauptet, dass es sich hierbei um die effektivste sportliche Selbstverteidigung handelt.

Deutsches Ju-Jutsu

Der große Vorteil dieser Kampfsportart, die verschiedene Einflüsse in sich vereint, ist das schnelle Erlernen der Techniken. Anders als bei vielen asiatischen Kampfkünsten dauert es nicht Jahrzehnte, bis man die Bewegungsabläufe vollständig verinnerlicht hat. Vor allem junge Leute, die schnelle Ergebnisse sehen wollen, sind im deutschen Ju-Jutsu gut aufgehoben.

Wendo

Wenn es um Selbstverteidigung für Frauen geht, darf die Kampfsportart Wendo keinesfalls fehlen. Es handelt sich hierbei um einen sehr jungen Sport, der erst in den 1970er Jahren in Kanada entwickelt wurde. Das Besondere an Wendo ist, dass es sich hierbei um einen reinen Frauensport handelt.

Sowohl Schüler als auch Trainer sind ausschließlich weiblich. Diese westliche Kampfkunst versteht sich als Ausdruck des modernen Feminismus und wurde von lesbischen Frauen zur Selbstverteidigung entwickelt. Ein wesentlicher Aspekt dieser Sportart ist neben der Verteidigung die Steigerung der Selbstsicherheit. Das grundsätzliche Ziel von Wendo ist es, dass Frauen in keine Angst mehr haben müssen vor körperlicher und psychischer Gewalt.

Arnis

Diese Verteidigungsform, die auch als Escrima oder Kali bekannt ist, stammt von den Philippinen und vereint unterschiedliche Kampfsporttechniken in sich. Das Besondere am Arnis ist, dass stets mit einem Stock trainiert wird. Schüler lernen jedoch nicht nur, wie sie diesen richtig führen und effektiv einsetzen. Der Stock kann, wenn der Kampfsport einmal beherrscht wird, auch durch viele andere Gegenstände des Alltags ersetzt werden. Einige Beispiele hierfür sind ein Regenschirm, ein Teleskopschlagstock, eine Flasche oder auch ein Schlüsselbund. Wer sich für diesen Sport entscheidet, kann sich also nicht nur bloß mit seinem Körper, sondern auch mit weiteren Hilfsmitteln verteidigen.

Info: Wenn Sie sich mit der Frage nach der besten Sportart zur Selbstverteidigung beschäftigen, werden Sie im Internet unzählige Antworten finden. Jeder, der einen bestimmten Kampfsport praktiziert, wird Ihnen sagen, dass dieser der Beste ist. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen jedoch um rein subjektive Meinungen. Wichtig ist, dass Sie sich selbst mit der Kampfsportart identifizieren können und damit wohlfühlen. Wenn Sie sich selbst nur etwas vorspielen, werden Sie es kaum schaffen, sich mithilfe der Techniken selbst zu verteidigen.

Andere Wege der Selbstverteidigung

Neben der Option, eine Kampfsportart zu erlernen, besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Selbstschutzmaßnahmen einzusetzen. Hierzu gehören beispielsweise

Wichtig: Diese Hilfen zum Selbstschutz sind aus rechtlicher Sicht immer mit Vorsicht zu genießen. So ist es beispielsweise Personen über 18 Jahren gestattet, einen Teleskopschlagstock zu kaufen, man darf ihn allerdings nicht in der Öffentlichkeit mit sich führen. Im Falle vom Pfefferspray gilt es, darauf zu achten, dass dieses als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist, um nicht unter das Waffenschutzgesetz zu fallen. Elektroschocker beziehungsweise Teaser müssen die Kennzeichnung PTB tragen, um legal geführt werden zu dürfen.

Wer sich beispielsweise dafür entscheidet, ein Pfefferspray bei sich zu führen, fühlt sich meist automatisch sicherer. Doch was, wenn ein Einsatz wirklich notwendig ist? Ein solches Spray zu kaufen bedeutet nicht zwangsläufig, auch zu wissen, wie es richtig eingesetzt wird. Gleiches gilt für Elektroschocker, Tränengas, Teleskopschlagstöcke und Co.

Wenn die Schutzmaßnahme legal in Deutschland geführt werden darf, gibt es in der Regel auch immer entsprechende Verteidigungskurse in der Nähe, in denen der richtige Umgang beigebracht wird. Es ist durchaus sinnvoll, einen solchen Kurs zu besuchen, um zu lernen, wie man Teleskopschlagstöcke, Pfefferspray und andere Hilfsmittel effektiv einsetzt, um sich gegen einen Angreifer zu schützen.

Wer sich nicht nur auf Hilfsmittel verlassen möchte, findet verschiedene Selbstverteidigungstechniken in Form von Sportarten. Diese sind für Frauen und Kinder genauso geeignet, wie für den Herrn. Der große Vorteil hierbei besteht darin, dass die Techniken auf Abruf bereit stehen und man nicht erst Hilfsmittel in der Tasche mitführen muss.

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